Puh, früh geht es schon wieder los. Der Flieger geht um 7:30 Uhr. Die Anfahrt zum Peking Capital Airport ist allerdings so früh am Morgen mit 20–30 Minuten deutlich kürzer als die zum Flughafen Peking Daxing. Unser Taxifahrer hat dem Anschein nach schon eine Nachtschicht in den Knochen. Ich sitze die ganze Fahrt über auf der Sitzkante, um im Fall der Fälle (schwierig zu sehen, denn er nickt seinen Kopf immer zur Musik – wann nickt er wirklich mal weg…?) beherzt ins Lenkrad greifen zu können… so absolut überflüssig!!
Wir fliegen übrigens nach Guiyang, das ist die Hauptstadt der weit im Süden Chinas liegenden Provinz Guizhou. Viel finden wir für die Reiseplanung nicht online. Die meisten Reiseführer haben noch wenig Inhalte für die Region. Viel Landwirtschaft– fast ausschließlich Reisanbau– gibt es. Das hat auch seine Gründe, denn eine Hügelkette reiht sich an die andere. In den Tälern ist wenig Platz, und so wird auf Terrassen mit viel Wasser der Reis angebaut.
Vor Ort haben wir dann einen besonders hilfsbereiten Taxifahrer. Er telefoniert mit der Wohnmobilvermietung, um uns wirklich bis zu deren Büro zu bringen. Ein Trinkgeld lehnt er vehement ab. Die Vermietung hatte bereits online eine Gruppe mit den Mitarbeitern vor Ort erstellt und alle instruiert, dass wir „alte Freunde seien und schon oft mit deren Wohnmobilen“ gefahren wären. Die Übergabe ist somit nur eine Formsache. Der Mitarbeiter ist auch wirklich bemerkenswert hilfsbereit und nett. Die Gaskartuschen für unseren Kocher bestellt er gleich direkt auf seinen Namen und schickt uns für die Wartezeit zum Mittagessen. Rindfleischnudeln nach Lanzhou-Art gibt es. Auch hier wieder alle sehr nett. Wir sind jetzt schon große Fans der Region mit offensichtlich sehr vielen zuvorkommenden und gastfreundlichen Menschen.
Wir dieseln auf die Autobahn, da wir unsere erste Station möglichst heute noch erreichen wollen. Eine Konsequenz aus den vielen Berg- und Hügelgruppen ist, dass sich die Fahrzeit bis zu verdreifacht, wenn wir dem Navi vorgeben, keine Autobahnen zu nutzen. Landschaftlich ist die Reise jetzt schon eine große Nummer. Zwischendurch müssen wir die Fenster schließen, denn ganze Täler riechen nach dem schweren, schon beinahe unangenehmen Geruch der hell blühenden Bäume- WC-Stein fällt mir dazu nur ein. Für die Nacht parken wir auf dem Parkplatz der Tourianlage– es sind nur wir dort… Nachti.





Heute wollen wir uns ein buddhistisches Heiligtum und ein UNESCO-Weltkulturerbe anschauen– die Gipfel und Tempel am sogenannten Fanjingshan (梵净山). Wir fahren die etwa drei Kilometer rüber zum Parkplatz, der etwas näher an der Seilbahn liegt– ja, wir planen, die Seilbahn zu nehmen. Der Wanderweg nach oben überbrückt gute 1.400 Meter Höhe über ca. 7.000 Treppenstufen! Oben steigt man weitere Hunderte Stufen und legt in Summe nochmal etwa 450 Höhenmeter rauf und runter zurück.
Der Parkplatz direkt am Eingang suggeriert– voll mit Autos – lange Warteschlangen und Sardinenbüchsen-Feeling. Weit gefehlt, nicht einmal an der Kasse versuchen chinesische Drängel-Rentner zu überholen. Lediglich die drei Reisebusse, aus denen gerade ohne Ende Schüler strömen, machen uns ein wenig Sorge. Wir sind aber vor dem großen Ansturm in einer fast leeren Gondel auf dem Berg. Während der Fahrt tränen mir die Augen – der ältere Herr neben mir hat fürchterlichen Mundgeruch, den nicht einmal alle geöffneten Fenster aus der Gondel wehen. Und weil sich seine Frau gegen ihre Angst vor großer Höhe mit geschlossenen Augen in die Sitze krallt, versucht er sie zu beruhigen, indem er viel erklärt. Allerliebst, aber eben mit Brennen in den Augen…
Oben ist es schon ein wenig voller, aber weit gefehlt von unangenehm. Was uns im Gespräch immer wieder auffällt, ist, dass hier heute am Samstag viele Einheimische bzw. Menschen aus dieser chinesischen Provinz sind. Gegen Ende unserer Bergtour werden wir auch nur noch gefragt, ob wir „die Deutschen“ wären… hahaha. Es spricht sich herum. An einer neuralgischen Engstelle treffen wir dann auf die Hunderte Schüler, und ich erlebe meine „Fünf Minuten Ruhm“. Die beiden Videos geben es besser wieder, als ich es hier je formulieren könnte.
Am Ende beschließen wir, das schöne Wetter und die Aussicht auf eine ruhige Zeit im Wald zu nutzen und zu Fuß zur Talstation der Gondel zu wandern. Also die eben beschriebenen Tausende Stufen. Ein ganz schöner Kraftakt. Auf den letzten Metern sehen wir nicht nur einzelne Wanderer mit deutlichen Konditionsproblemen– teilweise werden die Stufen sogar rückwärts langsam abgestiegen, weil die Beine schlapp machen. Wiebke geht zwar nicht rückwärts, überbrückt die Stufen aber mittlerweile wie ein Kastanienmännchen ohne Gelenke in den Beinen…
Für die Nacht fahren wir wieder zu unserem Parkplatz von letzter Nacht, der war so ruhig und leer, und die WCs waren Weltklasse! Allerdings haben wir jetzt wieder einen Wagen irgendeiner offiziellen Stelle als Eskorte. Zur Nacht wird das Team abgelöst und man parkt schräg gegenüber mit dem Auto in unsere Richtung zeigend. Wenn der Tag nicht so schön gewesen wäre, würde ich mich vermutlich fürchterlich darüber aufregen…






























































| On the Road | Fr., 08.05. |
|---|---|
| Strecke | 304 km (blau) |
| Zeit insgesamt | 6 h 07 min |
| Ø-Geschwindigkeit | 50 km/h |
| Höhenmeter bergauf | 2.816 m |
| Höhenmeter bergab | 3.392 m |
| Höchster Punkt | 1.337 m |
| Tiefster Punkt | 418 m |
| Höhenprofil |
| Wanderung mit Bus, Bahn & per pedes | Sa., 09.05. |
|---|---|
| Strecke | 9,83 km (rot) |
| Zeit insgesamt | 6 h 10 min |
| Zeit in Bewegung | 2 h 11 min |
| Ø-Geschwindigkeit | 13:24 /km |
| Höhenmeter bergauf | 501 m |
| Höhenmeter bergab | 1.694 m |
| Höchster Punkt | 2.403 m |
| Tiefster Punkt | 953 m |
| Höhenprofil |
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