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Die letzten Revolverhelden

Heute machen wir uns auf den Weg zur nächsten anerkannten kulturellen Volksgruppe, den Miao (Wikipedia LINK). Um in das Dorf Basha zu kommen, tuckern wir erst einmal wieder durch die volle Länge des gestern besuchten Ortes. Es ist schon einiges los auf den Straßen – aber uns fällt auf, dass die Kinder alle in den Häusern oder vielleicht eher in der Schule sind.

Nach einigen Kilometern halten wir an einem Aussichtspunkt für ein heute besonders süßes Frühstück– Wiebke hat gestern Mangos gekauft. Saftig und lecker süß machen die sich hervorragend in unserem Müsli. Da wir am Anfang vergessen haben, Haferflocken zu kaufen und nun noch keine gefunden haben, essen wir seit Tagen lediglich Joghurt griechischer Art– schmeckt gut, aber der Lebensmitteldesigner war definitiv noch nie in Griechenland 😆! In eben diesen Joghurt kommt Wiebkes Spezial-Nussmischung (selbst gehackt und selbst geröstet) mit einigen Früchten, die wir so kaufen. Und heute eben noch die krasse Mango!!

Wir parken auf dem völlig leeren Parkplatz der Empfangsanlage. Sieht alles ein bisschen groß gestaltet und in die Jahre gekommen aus… Wir besorgen die Tickets und lassen unseren Regenschutz im Glauben, dass es schon nicht so dolle oder lange regnen wird, im Wagen. Pünktlich oben, als wir nach der tollen Fahrt in der letzten Reihe des Shuttlebusses aussteigen, fängt es dann an zu pladdern. Wir gehen kurzerhand auf Regenschirmsuche und kaufen zwei wunderbar karierte „Hochqualitätsprodukte“ für insgesamt 35 Geld– 4,50 Euro. Ich nehme es vorweg: Noch sind sie heile – erstaunlich genug! Den Tag über leisten sie gute Dienste und schützen uns in den Regenpausen vor der knallenden Sonne. Die sorgt im weiteren Verlauf für ordentlich schwüle und warme Luft. Wir zergehen regelrecht in der Wärme… 🫠. Die Miao tragen zum Teil immer noch Gewehre bei sich. Wir sehen niemanden mit scharfer Waffe, aber als Teil des kulturellen Erbes wird das wohl oft noch praktiziert. Und es ist eine Besonderheit, dass das in China mit den äußerst scharfen Waffengesetzen noch erlaubt ist.

Wir fahren noch einige Kilometer in Richtung der morgen auf dem Programm stehenden Reisterrassen. Auf dem Weg sehen wir die Schattenseiten der touristischen Entwicklung. Viele der noch zum Teil ursprünglichen Dörfer sind komplett „auf links gekrempelt“ und werden zu massentauglichen Veranstaltungsorten ausgebaut. Auch sehen wir noch sehr viele sehr ursprüngliche, vermutlich wirtschaftlich sehr arme Orte. Das ist keinesfalls romantisch gemeint. Es ist fürchterlich dreckig, Häuser direkt an der Straße, LKWs ballern vorbei. Etwas größere Städte verbreiten einen ähnlichen Charme. Landwirtschaft findet auf kleinsten, fragmentierten Flächen fast ausschließlich mit Körperkraft statt. Viele alte Menschen, die wir sehen, gehen von der harten Arbeit gezeichnet, quasi im rechten Winkel gebeugt, am Stock morgens zum Feld und abends wieder zurück.

Wir halten an einer schönen Stelle am Straßenrand für die Nacht. Später, als wir schon eine Weile geschlafen haben, trommelt der starke Regen auf das Auto– das wiederum ist schön romantisch 😊.


On the RoadMo., 11.05.
Strecke 102 km (blau)
Zeit insgesamt6 h 25 min
Ø-Geschwindigkeit16 km/h
Höhenmeter bergauf1.325 m
Höhenmeter bergab1.801 m
Höchster Punkt835 m
Tiefster Punkt189 m
Höhenprofil
Wanderung mit Bus, Bahn & per pedesMo., 11.05.
Strecke 4,14 km (rot)
Zeit insgesamt2 h 07 min
Zeit in Bewegung41 min
Ø-Geschwindigkeit10:02 /km
Höhenmeter bergauf161 m
Höhenmeter bergab161 m
Höchster Punkt596 m
Tiefster Punkt504 m
Höhenprofil

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