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Superlative

Bei der Überschrift darf man dann auch schon Einges erwarten, oder? Einige Dinge haben wir für die letzten Tage geplant, denen man bei der Recherche ohne Zögern definitiv das Prädikat „Superlativ“ aufdrücken kann. Ob die Realität der Erwartungshaltung gerecht werden kann, wird sich zeigen. Was haben wir also vor?

  1. Wir müssen erst einmal eine längere Strecke überbrücken – die Anzahl der Kilometer scheint nicht sonderlich groß, aber die Fahrzeit (ohne Autobahn) von fast 14 Stunden für die circa 400 km dann wiederum doch.
    Superlativ (ja/nein) = JA!
  2. Unser Ziel ist die weltweit höchste Hängebrücke – Huajiang Grand Canyon Bridge! Im September 2025 eröffnet, löst sie die bis dahin höchste Brücke ab. Diese steht quasi im Nachbartal. Und es scheint, als würden 90 der 100 höchsten Brücken irgendwo in China stehen.
    Superlativ (ja/nein) = JA!
  3. Danach freuen wir uns auf das größte zusammenhängende Wasserfallgebiet Asiens – Huangguoshu Wasserfälle! Wusste ich bis dato nicht, dass es diese Kategorie gibt!
    Superlativ (ja/nein) = JA!

Aber erst einmal schlängeln wir uns über die sehr kurvige Bergstraße aus dem Gebiet der Reisterrassen. Heute können wir die wunderschöne Landschaft entlang des Weges sehen – auf dem Hinweg war es ja dann doch etwas neblig… Es wird ein „Fahrtag“ – Fahren, Glotzen, Essen, Powernapping und dann wieder von vorn’. Am Abend – wir sind noch nicht am Ziel – stellen wir uns auf einen Parkplatz einen ganz netten Nebenstrasse.

Was soll man sagen, groß – sehr groß. Fast 630 Meter über dem im Tal fließenden Fluss verlaufend, überbrückt die höchste Brücke der Welt eine Strecke von gut 2.800 Metern. Die Fahrzeit durch die Region soll sich durch das Bauwerk um gut 1,5 Stunden verkürzt haben! Ist die Autobahn seit Tagen fast immer leer, finden wir hier volle Parkplätze am Besucherzentrum. Ein weiterer Parkbereich ist ausgeschildert. Wir fahren also schnell um die Ecke zum Parkplatz 2 – ist mit dem WoMo sowieso besser, nicht so eng mit den weltbesten Autofahrern zu parken … ;). Drei Kilometer später und viel weiter unten im Tal finden wir uns dann auf einem riesigen, leeren Parkplatz wieder. Man rechnet dem Anschein nach mit gigantischen Besucherströmen. Wir kaufen unser Ticket für den Shuttlebus (!) und fahren zum Fuße des sich diesseits befindlichen Brückenpfeilers. Oben auf dem Pfeiler ist ein Restaurant und eine Aussichtsplattform. Wir freuen uns schon auf Espresso und Croissant ;)! Laut Internet ist der Bereich noch geschlossen– wir können aber Tickets für den Aufzug kaufen. Leicht verwirrt machen wir das. Verwirrt sicher wie so oft wegen des Sprachmixes. Aber vollends wegen der Kakophonie aus MEGAFONEN, MUSIK und noch MEHR MEGAFONEN… Es ist brutal laut.

Tatsächlich ist die oben auf dem Pfeiler befindliche Plattform noch geschlossen. Die Fahrt geht (wir freuen uns über einen Aufzug eines deutschen Herstellers) bis knapp unter die Fahrbahn. Was man hier wohl machen kann…? Wir folgen der Menge der Menschen und kommen in einen „Wandelgang“. Man hat hier nachträglich einen Bodenbelag ausgelegt– vermutlich sind die Besucher komplett ausgerastet, als sie noch über die rautenförmigen Industriegitter mit freiem Blick nach unten gehen mussten. Wir wissen nicht, wie hoch wir über der Besucherplattform sind – definitiv mehr als 50 Meter. Die links und rechts an der Seite der Brücke befindlichen Wandelgänge scheinen einmal über die gesamte Länge der „hängenden“ Fahrbahn bis zum anderen Brückenpfeiler zu gehen. Zwischendurch kann man „abkürzen“ und über quer verlaufende Wege zur anderen Seite wechseln. Wir gehen mit weichen Knien und flauem Magen bis zur Mitte!

Danach fahren wir noch ein bisschen und wollen für die Nacht in einer Nische an einem lustigen Tor parken, fahren aber dann doch einem Bauchgefühl folgend weiter durch das Tor, ein paar hundert Meter die kleine Straße hoch. Bessere Plätze finden wir erst einmal nicht, können aber auch nicht wenden. Auf dem Satelliten-Navi gibt es keine Straße, hier sieht es so aus, als würden wir den Berghang entlang fahren… Dann sind auf einmal überall terrassierte Parkplätze und ein Klohaus. Alles leer. Wir bleiben auf unserem „privaten“ WoMo-Stellplatz – nur das Klohaus nutzen wir nicht wirklich, da es so richtig dreckig und vollgeschissen ist.

Es geht um die Geräusche, Ton anmachen!

Die Region mit den Wasserfällen dehnt sich über fast zehn Kilometer Länge in einem Talkessel aus. Es gibt krasse Infrastruktur– drei Besucherzentren mit Parkplätzen und Shuttlebussen. Es ist brutal heiß und extrem schwül. Da man nicht verloren gehen kann, steigen wir erst einmal in den erstbesten Bus und schauen, wo wir rauskommen. Die Menge der Menschen ist wirklich überschaubar, selbst an neuralgischen Punkten hält sich der Andrang in Grenzen. Im Grunde ist es wie ein schöner botanischer Garten. Die Wasserfälle sind wirklich nicht klein und wunderschön. So richtig fasziniert sind wir von der Tropfsteinhöhle, die mit über 150 Metern Länge und teilweise 50 Metern Deckenhöhe wirklich toll ist. Wir hätten sicher auf die vielen bunten LEDs verzichtet…

Danach geht es zur WoMo-Vermietung und zum Flughafen– zurück nach Peking. Nach einem Snack verkürzen wir uns die Wartezeit mit einer 20-minütigen Session im Massagesessel. Wiebke liebt es! Ich mag das immer nur so mittelmäßig, da die Sessel für Körperdimensionen um die „Wiebke-Größe“ gebaut sind. Bei mir drückt und schiebt es immer irgendwo auf einem Knochen herum. Heute passt nicht mal mehr mein Kopf auf das obere Ende der Liege …


On the RoadMi., 13.05.Do., 14.05.Fr., 15.05.
Strecke 356 km (blau)202 km (gelb)229 km (grün)
Zeit insgesamt6 h 18 min7 h 25 min7 h 44 min
Ø-Geschwindigkeit56 km/h28 km/h30 km/h
Höhenmeter bergauf4.018 m2.798 m2.349 m
Höhenmeter bergab3.619 m2.962 m2.207 m
Höchster Punkt1.330 m1.262 m1.417 m
Tiefster Punkt230 m545 m657 m
HöhenprofilHöhenprofilHöhenprofil

Stationen in der Region

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