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Ein Auto wie eine Schachtel
Ein Auto wie eine Schachtel

Ein Auto wie eine Schachtel

Ach du meine Güte, was für eine Nacht! Um 04:30 Uhr ins Bett und um 8 Uhr klingelt schon wieder der Wecker. Bisschen aufräumen, die letzten Utensilien packen und dann ab zum Flieger. Vier Stunden werden wir bis nach Okinawa fliegen – das ist ungefähr die gleiche Flugdauer wie von Deutschland nach Marokko. Alles klappt wie am Schnürchen, und wir sollten reichlich Puffer haben, um am Flughafen noch ein kleines Frühstück zu essen. Das wäre schon cool, dann brauchen wir die notorisch mittelmäßige Verpflegung auf dem Flug nicht anzutasten. Aus unserem Puffer wird auf Grund von Gründen – alle sind langsam und es ist brutal voll! – ein schneller Sprint zum Gate! Nass geschwitzt erreichen wir den Schalter gerade, als die nette Flugbegleiterin das Boarding ohne uns abschließen will. Nach ungefähr 30 Sekunden sitzen wir im Flieger und schlafen sofort ein. Völlig kaputt gespielt!

Als wir landen, haben wir gut drei Stunden (unruhig) geschlafen. Es erwartet uns frische Luft bei belebenden 24 Grad Wärme – auch fast wie in Marokko! Mit der Monorail geht es zehn Minuten und vier Stationen in die Stadt Naha, die Hauptstadt des Inselarchipels Okinawa. Hier leben immerhin um die 300.000 Menschen. Wir checken kurz in unser kleines gemütliches Hotel ein, holen uns unser Willkommensgeschenk ab (ein Becher Eis!) und machen uns auf den Weg in das Stadtzentrum. Wenn wir heute nicht gehen, werden wir es am Ende organisatorisch und auch zeitlich nicht mehr machen können. Zeitlich ist so eine Sache. Im Reiseführer steht schon sinngemäß: auf Okinawa haben Sie keine andere Wahl, als sich gründlich herunterzufahren – die Uhren ticken hier anders! Das werden wir die kommenden Tage überprüfen. Hier und heute merken wir jedenfalls, dass wir keinesfalls ausgeschlafen sind und die pulsierende Innenstadt einiges abfordert. Fast überall, wo man hinschaut, fallen einem die bunten Merchandise-Artikel der zwei dominanten Marken auf Okinawa auf – Lampions, T-Shirts, Sticker etc. Es handelt sich um die Biermarke Orion und die Eiscrememarke Blue Seal – die haben wir vorhin im Hotel schon als Willkommensgeschenk probieren dürfen. Bei einem leckeren Abendessen testen wir dann auch noch das Bier von Orion und machen uns mit letzten Kraftreserven auf den Rückweg ins Hotel. Schön hier 😊.

Am nächsten Morgen sind wir MEGA ausgeruht und wollen die Stadt zu Fuß erkunden. Bis mittags haben wir Zeit. Unser kleines Wohnmobil holen wir nämlich in einem Vorort ab und fahren dort mit dem Bus um 12 Uhr hin. Mal schauen, wie wir den bezahlen. Es wird nur Bargeld, passend, akzeptiert.

In Japan ist das so eine Sache. Alles scheint ein bisschen abgenutzt zu sein und sieht dabei total fast schön aus. Während ich noch Fotos auf dem Klo der Bus-Endstation knipse, kommt unser Wohnmobil vorgefahren. Man mag es gar nicht „Wohnmobil“ nennen, so klein ist es. Wir erledigen alle Formalitäten und bekommen eine Einweisung in die Technik. Die Vermieter des kleinen Autos haben alles wirklich sehr gut vorbereitet. So gibt es Campingausrüstung, Gas und Kocher zum Auto. Aber es gibt auch eine kleine laminierte Sammlung empfohlener Schlaf-/Standplätze rund um die Insel verteilt. Genau die erste abseits der Stadt liegende Empfehlung geben wir als unser erstes Ziel ins Navi. So schön einfach – alle sprechen Englisch, alle Apps funktionieren im freien Internet. Das ist immer eine richtige kleine „Befreiung“ nach so langer Zeit in China – muss man leider so sagen. Der Stellplatz ist sehr schön. Wir sind quasi alleine und haben unsere Ruhe. Etwas weiter die Straße hoch gibt es sogar ein Restaurant. Wir sind regelrecht aufgeregt, als wir dorthin gehen. Essen wir doch wirklich gerne japanisch!

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Unser Camper ist auf Basis eine sogenannten Kei-Car aufgebaut. Daher ist alles sehr kompakt. Erstaunlicher Weise ist in dem Auto alles enthalten, was man von großen Campern erwarten würde. Sehr durchdacht und effizient in die Kabine gebaut.

Das sagt Wikipedia: Das Kei-Car (japanisch: 軽自動車, keijidōsha, „leichter Automobil“) ist eine spezielle Fahrzeugklasse in Japan, die seit 1949 von der Regierung gefördert wird, um den Autobesitz für die breite Bevölkerung zu erleichtern und die heimische Automobilindustrie anzukurbeln. Ursprünglich als günstige Alternative zu größeren Fahrzeugen konzipiert, unterliegen Kei-Cars strengen Vorschriften hinsichtlich Größe und Leistung: Seit 1998 dürfen sie maximal 3,4 Meter lang, 1,48 Meter breit und 2 Meter hoch sein, mit einem Hubraum von bis zu 660 cm³ und einer Leistungsobergrenze von 64 PS.


On the RoadSo., 23.11.
Strecke 110 km (blau)
Zeit insgesamt
Zeit in Bewegung5 h 47 min
Ø-Geschwindigkeit19 km/h
Höhenmeter bergauf811 m
Höhenmeter bergab811 m
Höchster Punkt83 m
Tiefster Punkt1 m
Höhenprofil

Stationen in der Region

2 Kommentare

  1. Avatar-Foto
    Sybille

    Das freut mich ja direkt. Jetzt erfahren wir was über Okinawa und sind gespannt wie es weiter geht. Diese kleinen Camper sind wirklich süß. Hast du der Länge lang reingepasst? Das Essen sieht jedenfalls soooo lecker aus, da bekommt man gleich Fernweh 😔

    1. Avatar-Foto
      Micha

      Ganz klar: jain. Schläft man oben im Alkoven, hängt ab einer Körpergröße von 175 cm immer etwas am Ende des Bettes heraus. Schläft man mit dem Kopf nach vorne, sind es die Füße. Schläft man mit den Füßen nach vorne, sind es andere Körperteile. Die Liegefläche unten ist deutlich länger und alles passt.

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