Ich glaube eigentlich nicht wirklich, dass sie zu Besuch kommen. Nicht einmal an dem Tag, als ich die Nachricht bekomme: „Es ist soweit“, ist es mir klar. Der Screenshot zeigt zwar eine Flugverbindung, ob gebucht ist oder nicht, bleibt aber offen. Und dann ist es soweit. Ich warte am Flughafen auf die beiden, und völlig übernächtigt kommen Florian und Jörg um die Ecke. Schön ist es, die beiden hier zu sehen! Wir kaufen eine SIM-Karte für Jörg und machen uns mit der ersten geöffneten Bierdose (ich habe noch einige mehr dabei) auf den Weg zum Taxi! Hotpot zum Auftakt darf nicht fehlen – der Abend wird lang werden. Man könnte sagen, die beiden machen die ersten Tage einfach in der deutschen Zeitzone weiter 😆.


Die beiden lassen sich einfach treiben und haben keinen Plan – das macht es uns einfach, alles in Tagesprogramme zu packen, worauf ich und oft, nach der Arbeit, auch Wiebke Lust haben!
Wir machen uns auf zum Frühstück. Heute gibt es Baozi. Diese sind eigentlich überall gut, aber einige Blocks von unserer Wohnung entfernt ist ein wirklich toller Laden. Nach dem Essen springen wir drei Jungs ins Taxi – zum Olympiapark geht es heute. Das Wetter ist gut, und wir lassen uns oben auf dem Turm den in dieser Höhe stürmischen Wind um die Nasen wehen. Wer jetzt noch einen Kater haben sollte, wird hier mit klarer kalter Luft „zwangserfrischt“!
























Heute machen wir uns auf zur Mauer. Unser Fahrer wartet. Wir haben vergessen, die beiden Neuankömmlinge zu registrieren. Da auf dem Rückweg oft an einem der Polizeicheckpoints Papiere kontrolliert werden, holen wir das noch nach. Auf dem Weg besorgen wir Proviant – Hunger ist beim Einkauf ein besonders guter Ratgeber. Wir kaufen Zeug zusammen, als würden wir mehrere Tage auf dem Berg planen. Als wir in dem kleinen Dorf ankommen, in dem man zur Himmelsleiter startet, isst Jörg erst einmal gar nichts – er ist deutlich blass um die Nase und kämpft mit Übelkeit von der Fahrt über die kurvigen Bergstraßen. Ich habe in der Tat Bedenken, ob ich die beiden so verkatert wirklich an die steile und ungesicherte Himmelsleiter lassen soll… Aber wir sind ja alle erwachsene Menschen :).
Wir haben übrigens mit dem Wachmann am Tor des Dorfes (ja, dort gibt es eine Schranke…) so einige Probleme. Er will uns zu den gut erschlossenen Teilen der Mauer (bspw. Mutianyu) schicken. Auch nach vielem Hin und Her ist er nicht überzeugt. Erst als unser Fahrer mir helfend beipflichtet, dürfen wir weiter. Natürlich muss ich erst meinen Pass fotografieren lassen. Im Dorf sind seit meinem letzten Besuch mit Wiebke und Nicole einige Veränderungen vorgenommen worden. Der Parkplatz ist nun befestigt, und es steht eine kleine Preistafel am Eingang. Außerdem sind im Dorf so einige alte Häuser durch neue Ferienwohnungen ersetzt. Oben auf dem Gipfel wird an der Mauer gebaut – ich denke, es wird restauriert. Im Wald darunter werden Wege gebaut. Mutmaßlich ist das heute wohl mein letzter Besuch hier ohne größere Mengen anderer Touristen. Man bereitet sich augenscheinlich darauf vor, hier ein wenig Geld zu verdienen.
















Die Verbotene Stadt ist immer ein Highlight, und ich war seit dem Frühjahr 2023 auch nicht mehr dort. Wir essen eine große Portion Malatang zum späten Frühstück und stürzen uns in das Getümmel.





































Gestern wurde es wieder spät. Wir gehen auf den Wochenmarkt – na ja, es ist jeden Tag Markt, daher müsste man das wohl anders nennen… Als wir danach noch so langsam durch die Gegend streifen, sehen wir den Basketballplatz. Jörg und Florian haben Bock, sind sich aber nicht sicher, ob sie die dort spielenden Pekinger fragen sollen. Die Locals sehen uns und kommen den beiden mit ihrem Angebot, zusammen ein paar Bälle zu werfen, zuvor. „Nur zum Spaß und ganz locker“, heißt es noch – als es dann um Punkte geht, werden die Ärmel hochgeschoben und um jeden Punkt gekämpft. Unsere Gastgeber waren alle um die 40 Jahre alte „Jungspunde“ 😆.




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