Reisen Unternehmungen Berichte

Ein blinder Passagier

Am Morgen scheint der Himmel zu brennen! Was für ein Spektakel. Heute fahren wir weiter die Küste hinunter. Wir sind unter anderem so extrem langsam unterwegs, weil die Fähre, die wir für ein paar Tage auf die Nachbarinsel nehmen wollten, ausgebucht ist. Wir können also insgesamt zwei Tage mehr auf der Hauptinsel verbringen als ursprünglich geplant. Für heute haben wir genau zwei Etappenziele. Uns wurde ein Restaurant für Sushi und Sashimi sehr empfohlen. Als wir das erste Mal an Tag zwei unserer Reise hier vorbeikamen, hatte es geschlossen. Heute planen wir also den zweiten Versuch. Highlight zwei wird eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall sein. Auf dem Weg und immer wieder zwischendurch halten wir an schönen Strandabschnitten. Es ist einfach zu schön bei dem Wetter. Unser Auto hat, für den Fall der Fälle im Sand am Strand, sogar Allrad.

Unser Essen ist phänomenal! Kurios wird es bei der Wanderung. Auf dem Parkplatz drückt uns der bestimmt 85-jährige Parkplatzwächter ein kleines, geheftetes Pamphlet aus laminierten Seiten in die Hand. Es enthält nützliche Infos zur Wanderung, der Umgebung und der notwendigen Ausrüstung. Es wird empfohlen, die komplette „Canyoning“-Ausrüstung zu mieten. Das ist nicht teuer, scheint uns aber insgesamt übertrieben. Generell sagen mehrere Quellen, dass man durch bestimmt hüfthoches Wasser waten müsse. Wir lassen uns nicht verunsichern und gehen mit unseren eigenen Klamotten los – ohne Helm, Schwimmweste, Neoprenanzug und spezielle Gummischuhe. Was soll ich sagen… Es ist total schön, und die kleine Wanderung lohnt sich. Aber der Anspruch bzw. dessen Beschreibung hält dem Realitätscheck nicht stand. Wiebke hat nur nasse Schuhe, weil sie irgendwann die Nerven verliert. Ich kraxle hin- und zurück trockenen Fußes. Einmal muss ich mir mit einem beherzt geworfenen größeren Stein einen Tritt im Wasser „bauen“. Wir sind nach 50 Minuten wieder am Auto – veranschlagt wird im Infoheft 90 Minuten.

Seit einigen Tagen haben wir immer sehr laute Grillen am Auto. Die nerven beim Einschlafen fast schon ein wenig. Irgendwann fällt es auf: es ist nur eine Grille, und das Geräusch kommt gar nicht durch die Fenster herein. Sie muss also irgendwo im Auto sitzen. Als ich am Abend – wir stehen etwas oberhalb einer schönen Bucht mit weißem, sauberem Sandstrand – das Bett aufbaue, sehe ich die Grille. Sie erschrickt und zirpt los. Ich schaffe es, sie ohne sie zu zerdrücken aus der Tür zu bugsieren 😆.

Entgegen der Wettervorhersage scheint die Sonne. Wir haben eigentlich mit etwas leichtem Regen – mindestens aber mit starker Bewölkung – gerechnet. Kühler sollte es auch werden. Für diesen „Schlechtwettertag“ haben wir uns den Besuch im großen Okinawa Churaumi Salzwasseraquarium der hiesigen Forschungseinrichtung (größtes Salzwasseraquarium Japans übrigens) aufgehoben. Da das Wetter aber wider Erwarten gut ist, bleiben wir bis zum Mittag. Wiebke ist fast den ganzen Vormittag mit dem SUP auf dem Wasser. Erst als der Wind ablandig auffrischt, kommt sie zurück.

Das Aquarium ist beeindruckend, und ich bekomme extreme Lust, mal wieder tauchen zu gehen. Aber das ist etwas für ein anderes mal. Wir genießen die Artenvielfalt in den Becken, wenn einem auch immer wieder durch den Kopf geht, dass die großen Tiere definitiv mehr Platz bräuchten. Ganz extrem denken wir das später im Außenbereich bei den Meereschildkröten. Die stehen sich quasi die ohnehin schon platten Flossen platt. Die Delphin-Show will ich eigentlich boykottieren, weil mir die Haltung der großen, schnellen Tiere in den relativ gesehen kleinen Tanks zuwider ist. Als wir daran vorbeigehen, geht es gerade los; wir bleiben dann letztendlich doch und sind von den Tieren und ihren Fähigkeiten begeistert. Man kann nur hoffen, dass diese Darstellung der rund um die Insel existierenden Unterwasserwelten eine höhere Sensibilität erzeugt und so zu deren Erhalt beiträgt.


On the RoadMi., 26.11.Do., 27.11.
Strecke 72 km (blau)40km (gelb)
Zeit insgesamt
Zeit in Bewegung5 h 50 min1 h 48 min
Ø-Geschwindigkeit12 km/h22 km/h
Höhenmeter bergauf962 m356 m
Höhenmeter bergab953 m357 m
Höchster Punkt356 m169 m
Tiefster Punkt0 m0 m
HöhenprofilHöhenprofil

Stationen in der Region

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar