Wir schauen erst einmal auf der Karte unsere alten GPS-Tracks an, um festzustellen, wo genau wir auf der Route Bilbao–Tarifa schon waren. Erfreulicherweise schneidet sich das nur im Landesinneren rund um Madrid. Da wollen wir dieses Mal als Zwischenstopp auch wieder hin – Johanna und Andrés besuchen. Neben dem immer wieder lustigen Wiedersehen mit den Vieren lockt uns nicht nur der kühle Salzwasserpool, den die beiden im Garten haben, sondern auch das leckere Essen, das immer für uns gezaubert wird.
Für die Hochzeit müssen wir erst am Freitagabend in Tarifa sein, wir können also immer noch an unserer Strecken- bzw. Zielwahl „schrauben“, um uns drei oder vier Nächte auf dem Weg Zeit zu lassen. Relativ kurz hinter Bilbao hat Wiebke uns ein schönes, sehr gut erhaltenes Dörfchen– Pancorbo– rausgesucht. Dort gibt es diverse Tapas-Bars, einige kulturelle Dinge und extra einen Stellplatz am Rand der Siedlung für Camper. Klingt sehr gut, und wir beschließen, hinzufahren.
Spätestens als wir auf dem Camper-Stellplatz ankommen, fällt uns Folgendes auf: a) Die Schnellstraße, über die wir mit vielen Lkw und Autos gefahren sind, ist in direkter Sicht- und leider auch Hörweite, b) es ist mit deutlich über 40 Grad im Schatten viel zu warm, und c) der Stellplatz hat weder Klo noch einen Millimeter Schatten. Wir beschließen, unseren Plan bei einem kalten Getränk zur Abkühlung und Tapas zur Stärkung zu überdenken. Das Dorf ist wie leer gefegt. Siesta vermutlich, denn Zombies sehen wir keine. In jeder geöffneten Bar wird uns mit weit aufgerissenen Augen die Dummheit unserer Frage nach geöffneter Küche gespiegelt. Die Deutschen schon wieder…
Wir laufen den ganzen Ort der Länge und Breite nach ab, um zu schauen– also grundsätzlich, weil es schön ist–, aber auch um jedes Restaurant auf der Karte zu besuchen. Die meisten haben geschlossen, und na ja, die geöffneten verstehen unser Anliegen nicht. Weil uns der Magen kneift, fahren wir sogar die vier Kilometer auf der Bundesstraße zu dem Rasthof zurück, den wir im Vorbeifahren gesehen haben. Das große Schild „24 Stunden geöffnet“ lässt uns hoffen! Aber auch hier schaut uns die Bedienung nur mit hohlem Blick an.
Wir beschließen Folgendes: Erst schauen wir uns die beiden weit am Hang über dem Dorf liegenden Aussichtspunkte an und machen uns Nudeln mit Soße aus dem Glas. Dann entscheiden wir, wie es weitergeht. Es ist wunderschön, und wir bleiben. In der Nacht herrschen überraschend einstellige Temperaturen. Bitterkalt, und dazu weht ein ordentlicher Sturm – kaum zu glauben! Fast wie Nordseeurlaub 😉






















Wir haben eine grundsätzliche Entscheidung getroffen: Da es extrem heiß ist und wir uns an der Küste ein frischeres Klima erhoffen, streichen wir eine Übernachtung aus unserer Spanien-Durchquerung und wollen schon am Donnerstag unser Quartier an der Küste erreichen. Auf dem Weg stoppen wir in Aranda de Duero für eine Besichtigung– es soll hier ganz tolle unterirdische Anlagen zur Weinlagerunggeben! Diese Anlagen und auch die meisten Restaurants und Bars sind wieder geschlossen. Direkt am Marktplatz haben wir Glück und hauen erst einmal ordentlich rein!
Später kommen wir dann in Madrid an. Bilder haben wir vor lauter lustigem Gelaber und Geplansche im Pool gar nicht weiter gemacht. Insofern unser Wort darauf: Wir haben uns alle über das Wiedersehen gefreut und mega leckere Burger gegessen. Danke, dass ihr uns immer so toll in Empfang nehmt! 🫶🏼










Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück weiter– zweimal sogar! Ich habe meine Sonnenbrille am Pool liegen lassen und das erst nach ein paar Kilometern bemerkt… Unsere nächste Station ist Sevilla. Ganz toll! Unbedingt anschauen! Wir bleiben eine Nacht und bekommen sogar etwas Schlaf in unserer mobilen „Sauna“. Wir schauen uns die folgenden Highlights an:
** die Altstadt mit der Holzkonstruktion Las Setas
** die Plaza de España und den Parque de Maria Luisa
*** die Kathedrale
** den Palast Real Alcázar und die umliegenden Gärten









































































Wir fahren nach der Begehung des Palastgartens weiter an die Küste. Das Thermometer pendelt bis quasi fünf Kilometer vor dem Meer um die 40 Grad, und wir fragen uns schon, ob unsere Hoffnung auf ein etwas frischeres Klima von schwül-warmer Luft im Keim erstickt wird. Letzte Bergkuppe, die Aussicht wird küstentypisch und das Klima wechselt abrupt– yay!!
Das Quartier, von dem ich hier immer schreibe, ist noch gar nicht garantiert. In der Stadt kosten die Hotels 250 Euro und mehr die Nacht. Und es gibt nur einen wirklich guten Campingplatz. Auf den wollen wir. Reservierungen werden nicht angenommen. Erst spekulieren wir auf einen Stellplatz direkt an der Wasserfront– der Zahn wird uns allerdings schnell gezogen. Es gäbe für unseren Bus noch drei freie Plätze am Hang über der Küste. Einer wird uns direkt empfohlen: große Fläche, leichte Brise und den ganzen Tag im Schatten der Pinien. Wir wandern den Berg hinauf, um den Platz zu begutachten. Tipptopp, bingobongo, alles geritzt!
Am kleinen Strand gibt es ein zum Campingplatz gehörendes Restaurant mit leckerem Essen, gezapftem Bier und einem sehr guten Kaffee am Morgen. Zur Hochzeit kommen wir gut mit dem Taxi hin und zurück. Bis Montag wird maximal runtergefahren.
Freitagabend ist ein „kleines“ Treffen in der Altstadt zum Kennenlernen geplant. Wir erfahren, dass ungefähr 150 Personen eingeladen sind und dass das „Ferienhaus“ eine Villa ist, die locker jedem Hauptquartier eines James-Bond-Bösewichts gerecht wird. Wenn man sich dort aufhält, erwartet man jederzeit, Blofeld mit seiner weißen Katze auf dem Arm zu sichten… LOL. Samstag sind die Zeremonie und die Party angesetzt, und für Sonntag ist noch einmal eine Poolparty geplant. Tolles Brautpaar, tolle Gäste, tolle Orga – alle geben sich Mühe, mal so richtig amtlich durch den Tisch zu treten! Danke für die Einladung und die tolle Zeit!

























| On the Road | Mo., 20.07. – So. 26.07. |
|---|---|
| Strecke | 1.321 km |
| Zeit insgesamt | 83 h 43 min |
| Höhenmeter bergauf | 11.941 m |
| Höhenmeter bergab | 11.878 m |
| Höchster Punkt | 1.435 m |
| Tiefster Punkt | 2 m |
| Höhenprofil |
Stationen in der Region – Tagesetappen jeweils blau/grün
Ihr müsst mir mal verraten wie man aus- ein paar Tagen mehr- gefühlt zwei Wochen macht. Und es ist ja allen Anschein noch nicht zu Ende 😘
Leider ist es keine Wurst und das eine Ende „hat schon stattgefunden“… Aber es hat sich definitiv nach mehr als nur ein paar Tagen angefühlt 😊.